Rund um die Planungen des Vorhabens entstehen oft Fragen, die an uns heran getragen werden. Hier haben wir die meisten davon für Sie zusammengefasst und beantwortet, um Ihnen einen umfassenden Blick auf das Projekt zu gewähren.
Das Bauvorhaben Königsweg steht unter der Bauherrschaft der Stadt Sassnitz. Zusammen mit der BIG Städtebau (Projektsteurung) und dem Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL (zukünftiger Betreiber) plant die Stadt Sassnitz bereits seit 2011 das Bauvorhaben verantwortungsbewusst. Der Entwurf der neuen, schwebenden Aussichtsplattform stammt, wie bei der Fußgängerbrücke am Sassnitzer Stadthafen, vom international renommierten Planungsbüro Schlaich Bergermann und Partner. Mit circa 7,5 Millionen Euro wird das Projekt vom Bundesland Mecklenburg-Vorpommern unterstützt und gefördert.
Die Kreideküste Rügens unterliegt einer natürlichen Erosion durch Wind, Eis und Niederschlag. Auch wenn ihr Wahrzeichen der Königsstuhl, der exponiert vor der Küste steht, eine besonders feste Struktur hat, wird er durch Wind, Witterung und durch die Erosion infolge der ca. 300.000 jährlichen Besucher geformt. Besonders gilt dies für den Weg zum Königsstuhl, dem sogenannten Königsgrab. Hier sind bereits Abbrüche und Materialverluste sichtbar, die seine Begehbarkeit mittelfristig gefährden. Die Brücke ermöglicht die Sicherung des Weges für die Besucher und die Entlastung des Königsstuhls, um diesen so lange wie möglich zu erhalten.
Im Rahmen der bereits 2011 begonnenen Machbarkeits- und Entwurfsstudien wurde eine Vielzahl von Varianten einer Zuwegung zum Königsstuhl untersucht. Diese reichten von einem geradlinigen Steg über oder neben dem Königsstuhl, über verzweigte Wege und Rundwege bis zur vorliegenden ellipsoiden Führung um das Königsgrab. Ein Rundweg mit Aufenthaltsfläche an der Spitze wurde favorisiert, da er größere Besucherzahlen und eine günstige höhenmäßige Einpassung ermöglicht.
Die Konstruktion ist für eine Haltbarkeit von mindestens einhundert Jahren ausgelegt und wurde wartungsarm geplant. Das Fehlen von beweglichen Lagern, die dicht geschweißte Hohlkastenkonstruktion, der Verzicht auf zusätzliche technische Ausstattung und die Verwendung von seewasserfesten Materialien führt zu geringen Unterhaltungskosten. Regelmäßige Brückenprüfungen garantieren die Sicherheit und die rechtzeitige Ausführung notwendiger Wartungsarbeiten.
Die vorgesehene Tiefgründung wurde so ausreichend entfernt von der Kliffkante angeordnet, dass eine dauerhafte Sicherheit gegen natürliche Abbrüche, auch unter Berücksichtigung von Sturmflutereignissen, besteht. Die Gründungstiefe wurde von den Experten so dimensioniert, dass keine Lasten in gefährdete Bereiche des Kliffs eingeleitet werden. Der Baugrund ist hier sehr zuverlässig standsicher. Kliffabstand und Gründungstiefe der Konstruktion wurden so gewählt, dass eine ausreichende Sicherheit auch bei Auftreten von Extremwitterungserscheinungen und deren Folgen besteht.
Durch die Optimierung der Lage des Bauwerkes muss ein Großbaum gefällt werden. Dieser ist aufgrund seines Alters und Vorschädigungen in seiner Vitalfunktion stark eingeschränkt. Bei weiteren, wesentlich kleineren Bäumen reicht zum Teil ein Rückschnitt, niedriger Aufwuchs wird entfernt. Für die Eingriffe werden nach Fertigstellung des Königswegs in 2022 Ersatzpflanzungen vorgenommen.
Ziel des Projektes ist eine für die Besucher sichere, dauerhafte Erlebbarkeit des Königsstuhls bei gleichzeitiger Schonung der empfindlichen Naturressourcen im Nationalpark. Neben vielen aus der Lage im Nationalpark resultierenden Auflagen für den Bau einer Brücke, wie zum Beispiel der Meidung der Kernzone, ist eine besonders filigrane Ausbildung der Konstruktion und die Einordnung in den Naturraum unter Vermeidung von Beeinträchtigung der Sichtbeziehungen von Land (z.B. Victoriasicht) und See wichtiges Entwurfsprinzip. Es wurde außerdem darauf geachtet, dass der Mast der Brücke das Bild so wenig wie möglich beeinflusst. Die vorhandenen Großbäume haben zurzeit eine Höhe von ca. 35 Metern. Die geplante Masthöhe beträgt ca. 42 Meter. Die Mastspitze wird, zumindest in den kommenden Jahren, über den Baumkronen zu sehen sein. Sie bleibt jedoch deutlich unter der Höhe des bereits vorhandenen Funkmastes.
Im Nationalpark und insbesondere in der Kernzone des Nationalparks sind Bebauungen nur ausnahmsweise zulässig. Aus diesem Grund wurde der Bereich des Nationalpark-Zentrums schon bei der Ausweisung des Nationalparks ausgenommen und als Erholungszone ausgewiesen. Ziel war und ist es, die Popularität des Königsstuhls und die damit einhergehende Besucherfrequenz für die Umweltbildung zu nutzen. Dieses Prinzip hat sich bestens bewährt. Für eine Fortführung der erfolgreichen Umweltbildungsarbeit ist die Erlebbarkeit des Königsstuhls auch zukünftig unverzichtbar.
Das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL wird während der Bauphase weiterhin mit seinem Standardangebot (Erlebnisausstellung, Multivisionskino, Führungen, Wanderungen, Sonderausstellung und mehr) geöffnet haben. Das Besucherzentrum wird mit einem extra eingerichteten Ausstellungscontainer - dem "Info-Cube Königsweg" - direkt auf dem Gelände umfangreich über das Bauvorhaben informieren und sein Angebot damit sogar erweitern. Lediglich der Besuch der alten Aussichtsplattform wird ab einem bestimmten Zeitraum nicht mehr möglich sein. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest und wird rechtzeitig bekannt gegeben. Das Besucherzentrum wird während der Bauphase im engen Kontakt zu den Baufirmen stehen und rechtzeitig unter www.koenigsstuhl.com informieren, sollte es phasenweise doch zu größeren Einschränkungen vor Ort kommen.
Der circa 185 m lange Rundweg um das Königsgrab hat eine Regelbreite von 2,50 m. Dies ermöglicht ein komfortables Begegnen bzw. Überholen mehrerer Personen und garantiert auch für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen eine ausreichende Bewegungsfreiheit. An der Spitze der Brücke wird eine größere Verweildauer erwartet, weshalb die Bewegungsfläche hier auf 3,50 m ausgedehnt wird. Wesentliche Anforderung an die Konstruktion ist die uneingeschränkte barrierefreie Erreichbarkeit der Brücke. Der Anschluss an die Brücke erfolgt höhengleich.
Wegen der sensiblen Ansichten der Brücke von der Victoriasicht, anderen Landstandorten und von See, wurde die Brücke bewusst nicht bis zur Spitze des Königsstuhls geführt. Sie verläuft schräg über die Schlucht um das Königsgrab. Damit fügt sich die Brücke filigran ein und ermöglicht bislang nicht erlebbare Blickbeziehungen auf die Bucht, die Steilküste, die Ostsee und den Königsstuhl. Obwohl die Brücke nicht bis zur Spitze des Königsstuhls reicht, werden die erlebbaren Aussichten deutlich vielfältiger.
An der Spitze der neuen Aussichtsplattform wird man 122 m über dem Grund schweben. Somit steht man 4 m höher als auf der alten Plattform direkt auf dem Königgstuhl. Gerade durch diese erhöhte Position ergeben sich vielfältigere Aussichten und Einblicke in die umliegende Natur.
Mit einer Traglast von 163 Tonnen kann die neue Aussichtsplattform bis zu 1987 Menschen auf 550 m² tragen. Für einen gemütlichen Besuch ohne eng and eng stehen zu müssen, könnten bis zu 1100 Gäste zeitgleich die Brücke besuchen (2 Gäste pro m²).
Nein, wird sie nicht. Die Höhe des Bauwerkes mit bis zu 100 m über dem Grund könnte für Gäste mit Höhenangst ein Unbehagen auslösen. Damit wirklich jeder Gast ein sicheres Gefühl beim Betreten der neuen Aussichtsplattform bekommt, wurde auf einen Glasboden verzichtet. Auch ohne Glasboden wird der Rundweg aufgrund der Ausführung der Geländer mit Edelstahlnetzen auf der gesamten Länge beidseitig der Lauffläche spektakuläre Blicke auf verschiedenste Bereiche des Kliffs und der See bieten.
Aus Umweltschutzgründen wird die neue Plattform nicht beleuchtet sein. Somit wird zum einen die Tierwelt nachts nicht gestört und zum anderen Lichtverschmutzung vermieden.
Die Benutzung der Brücke wird wie auch die jetzige Aussichtsplattform des Königsstuhls Bestandteil des kostenpflichtigen Angebotes des Nationalpark-Zentrums sein. Der Bau wird jedoch nicht zur Erhöhung des Eintrittspreises des Besucherzentrums führen.

Stadt Sassnitz

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