KÖNIGSWEG
Ein Projektvorhaben der Stadt Sassnitz

Rund um die Planungen des Vorhabens entstehen oft Fragen, die an uns heran getragen werden. Hier haben wir die meisten davon für Sie zusammengefasst und beantwortet, um Ihnen einen umfassenden Blick auf das Projekt zu gewähren.
Die Kreideküste Rügens unterliegt einer natürlichen Erosion durch Wind, Eis und Niederschlag. Auch wenn ihr Wahrzeichen der Königsstuhl, der exponiert vor der Küste steht, eine besonders feste Struktur hat, wird er durch Wind, Witterung und durch die Erosion infolge der ca. 300.000 jährlichen Besucher geformt. Besonders gilt dies für den Weg zum Königsstuhl, dem sogenannten Königsgrab. Hier sind bereits Abbrüche und Materialverluste sichtbar, die seine Begehbarkeit mittelfristig gefährden. Die Brücke ermöglicht die Sicherung des Weges für die Besucher und die Entlastung des Königsstuhls, um diesen so lange wie möglich zu erhalten.
Das Brückentragwerk besteht aus statischen Gründen aus einem Hohlkastenträger mit einem konischen Zuschnitt. Das garantiert ein besonders filigranes Tragwerk und eine geringe Bauhöhe. Diese Bauweise schließt einen durchgehenden Glasboden aus. Darüber hinaus lässt eine Höhe des Bauwerkes bis zu 100 m über Grund ein Unbehagen der Benutzer erwarten. Wegen der großen Nachfrage wird im Zuge der weiteren Planungen geprüft, ob die Anordnung von partiell transparenten Sichtfenstern im Bodenbelag sinnvoll erscheint. Der Rundweg wird aufgrund der Ausführung der Geländer mit Edelstahlnetzen auf der gesamten Länge beidseitig der Lauffläche spektakuläre Blicke auf verschiedenste Bereiche des Kliffs und der See bieten.
Die Konstruktion ist für eine Haltbarkeit von mindestens einhundert Jahren ausgelegt und wurde wartungsarm geplant. Das Fehlen von beweglichen Lagern, die dicht geschweißte Hohlkastenkonstruktion, der Verzicht auf zusätzliche technische Ausstattung und die Verwendung von seewasserfesten Materialien führt zu geringen Unterhaltungskosten. Regelmäßige Brückenprüfungen garantieren die Sicherheit und die rechtzeitige Ausführung notwendiger Wartungsarbeiten.
Der Rundweg um das Königsgrab hat eine Regelbreite von 2,50 m. Dies ermöglicht ein komfortables Begegnen bzw. Überholen mehrerer Personen und garantiert auch für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen eine ausreichende Bewegungsfreiheit. An der Spitze der Brücke wird eine größere Verweildauer erwartet, weshalb die Bewegungsfläche hier auf 3,50 m ausgedehnt wird. Wesentliche Anforderung an die Konstruktion ist die uneingeschränkte barrierefreie Erreichbarkeit der Brücke. Der Anschluss an die Brücke erfolgt höhengleich.
Die Benutzung der Brücke wird wie auch die jetzige Aussichtsplattform des Königsstuhls Bestandteil des kostenpflichtigen Angebotes des Nationalpark-Zentrums sein. Der Bau wird jedoch nicht zur Erhöhung des Eintrittspreises des Besucherzentrums führen.
Die vorgesehene Tiefgründung wurde so ausreichend entfernt von der Kliffkante angeordnet, dass eine dauerhafte Sicherheit gegen natürliche Abbrüche, auch unter Berücksichtigung von Sturmflutereignissen, besteht. Die Gründungstiefe wurde von den Experten so dimensioniert, dass keine Lasten in gefährdete Bereiche des Kliffs eingeleitet werden. Der Baugrund ist hier sehr zuverlässig standsicher. Kliffabstand und Gründungstiefe der Konstruktion wurden so gewählt, dass eine ausreichende Sicherheit auch bei Auftreten von Extremwitterungserscheinungen und deren Folgen besteht.
Durch die Optimierung der Lage des Bauwerkes muss ein Großbaum gefällt werden. Dieser ist aufgrund seines Alters und Vorschädigungen in seiner Vitalfunktion stark eingeschränkt. Bei weiteren, wesentlich kleineren Bäumen reicht zum Teil ein Rückschnitt, niedriger Aufwuchs wird entfernt.
Im Rahmen der bereits 2011 begonnenen Machbarkeits- und Entwurfsstudien wurde eine Vielzahl von Varianten einer Zuwegung zum Königsstuhl untersucht. Diese reichten von einem geradlinigen Steg über oder neben dem Königsstuhl, über verzweigte Wege und Rundwege bis zur vorliegenden ellipsoiden Führung um das Königsgrab. Ein Rundweg mit Aufenthaltsfläche an der Spitze wurde favorisiert, da er größere Besucherzahlen und eine günstige höhenmäßige Einpassung ermöglicht.
Wegen der sensiblen Ansichten der Brücke von der Victoriasicht, anderen Landstandorten und von See, wurde die Brücke bewusst nicht bis zur Spitze des Königsstuhls geführt. Sie verläuft schräg über die Schlucht um das Königsgrab. Damit fügt sich die Brücke filigran ein und ermöglicht bislang nicht erlebbare Blickbeziehungen auf die Bucht, die Steilküste, die Ostsee und den Königsstuhl. Obwohl die Brücke nicht bis zur Spitze des Königsstuhls reicht, werden die erlebbaren Aussichten deutlich vielfältiger.
Ziel des Projektes ist eine für die Besucher sichere, dauerhafte Erlebbarkeit des Königsstuhls bei gleichzeitiger Schonung der empfindlichen Naturressourcen im Nationalpark. Neben vielen aus der Lage im Nationalpark resultierenden Auflagen für den Bau einer Brücke, wie zum Beispiel der Meidung der Kernzone, ist eine besonders filigrane Ausbildung der Konstruktion und die Einordnung in den Naturraum unter Vermeidung von Beeinträchtigung der Sichtbeziehungen von Land (z.B. Victoriasicht) und See wichtiges Entwurfsprinzip. Es wurde außerdem darauf geachtet, dass der Mast der Brücke das Bild so wenig wie möglich beeinflusst. Die vorhandenen Großbäume haben zurzeit eine Höhe von ca. 35 Metern. Die geplante Masthöhe beträgt 40 Meter. Die Mastspitze wird, zumindest in den kommenden Jahren, über den Baumkronen zu sehen sein. Sie bleibt jedoch deutlich unter der Höhe des bereits vorhandenen Funkmastes.
Im Nationalpark und insbesondere in der Kernzone des Nationalparks sind Bebauungen nur ausnahmsweise zulässig. Aus diesem Grund wurde der Bereich des Nationalpark-Zentrums schon bei der Ausweisung des Nationalparks ausgenommen und als Erholungszone ausgewiesen. Ziel war und ist es, die Popularität des Königsstuhls und die damit einhergehende Besucherfrequenz für die Umweltbildung zu nutzen. Dieses Prinzip hat sich bestens bewährt. Für eine Fortführung der erfolgreichen Umweltbildungsarbeit ist die Erlebbarkeit des Königsstuhls auch zukünftig unverzichtbar.

Stadt Sassnitz

Sekretariat des Bürgermeisters
Hauptstr. 33
18546 Sassnitz
Mecklenburg-Vorpommern

sekretariat-buergermeister(at)sassnitz.de
 038392 68326
 038392 22363

www.sassnitz.de

Pro und Contra

Rügen auf dem Königsweg – Pro & Contra zur geplanten Plattform auf dem Königsstuhl

 Für ihre Bürgerfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie unser Webformular.

Partner des Projektvorhabens

Die Hafenstadt Sassnitz ist Bauherrin und Antragstellerin des Vorhabens. Die langfristige Erhaltung der Attraktivität der Region sowie deren Entwicklung und Zukunftsabsicherung sind ihr ein zentrales Anliegen.

www.sassnitz.de

Das Besucherzentrum an der Kreideküste ist eine gemeinnützige GmbH in Teilhaberschaft des WWF sowie der Stadt Sassnitz. Neben der erfolgreichen Umweltbildungsarbeit und der umfangreichen Ausstellung zum Nationalpark, ist der Königsstuhl Bestandteil ihres Angebotes.

www.koenigsstuhl.com

Die BIG Städtebau ist Partnerin der Kommunen als treuhänderische Sanierungsträgerin, städtebauliche Beraterin und Regionalentwicklerin. Bei diesem Vorhaben übernimmt sie die Aufgaben der Projektsteuerung.

www.big-staedtebau.de

Besucher-Zentrum
Öffnungszeiten
Ostern bis 31.10. | 9 - 19 Uhr
1.11. bis Ostern | 10 - 17 Uhr

Eintritt
Kinder 6-14 J. | 4,50 €
Erwachsene | 9,50 €
Familien 2 Erw. + Kinder | 20,00 €

Info und Reservierung

Nationalpark-Zentrum Königsstuhl
Sassnitz auf Rügen
  +49 38392 6617 66
  info@koenigsstuhl.com


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